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Zusammenfassung



frei + christlich
heute


Wir stehen nicht am Ende
sondern am Anfang
des Christentums

Christian Morgenstern







Freies,
anthroposophisch + sakramental vertieftes
Christ-Sein heute



+ Stehen wir in einer außergewöhnlich dunklen Zeit ?
Sind wir fort-geschritten, haben wir uns losgesagt von der Harmonie unseres göttlichen Ursprungs und treiben erblindet dem Verderben zu? Ist der "point of no return" schon erreicht, gar überschritten? Ist Pessimismus angebracht?
Man kann es meinen. Was hilft? :
Uns wieder anzuschließen an die göttliche Harmonie.


+ Wir brauchen die Wiederanknüpfung (religo) an die Schöpfung, die geistige Welt, die Liebe-Quelle; brauchen somit Geist-Erkenntnis, Religion, Kultus, heilendes Handlen, "die heilende Arznei, das Sakrament".
Denn "Gott ist die Liebe und wer in der Liebe ist, der ist in Gott und Gott in ihm!" Die Liebe heilt alle Wunden.


+ Dazu gibt es viele – berechtigte – Wege = unterschiedlichste Religionen, Konfessionen, Weltanschauungen etc.,
um den verschiedensten individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten gerecht zu werden. («Jedem das Seine!»)
Dem Einzelnen sind dabei auch mehrere Wege gleichzeitig möglich, weil er z.B. noch im Übergang ist, weil ihn mit bestimmten Menschen und Orten noch Aufgaben verbinden bzw. er dort spirituelle Quellen findet.


+ Erkenntnis, Religion und Kultus sind nichts Statisches, sie entsprechen den Entwicklungsnotwendigkeiten der Menschheit.


+ Ein Weg ist die Anthroposophie,
allerdings ein von Religionen unabhängiger, weil – als eine «Geisteswissenschaft» – interreligiöser, direkt-christlicher.
Und so kann durch sie der Bekenner einer jeden Religion/Konfession (zusätzlich) einen undogmatischen, überkonfessionellen Zugang zur Erkenntnis, zur Vertiefung und zum Erleben der geistigen, göttlichen Welt finden.

Dabei ist er vollkommen frei sich einer Gemeinschaft gleich gesinnt Strebender, z.B. in der, bzw. der «Anthroposophischen Gesellschaft», anzuschließen.
Anthroposophie geht von der Freiheit des Strebenden aus und ermöglicht einen individuellen Schulungs- und Erkenntnisweg, ggf. bis hin zur Einweihung, zur direkten Kommunikation und Kommunion mit der geistigen Welt.


+ Gelebte Anthroposophie führt letztlich zur allgemeinen Sakramentalisierung des ganzen Lebens.
Sie wird so zum Gottesdienst; die Begegnung mit der geistigen Welt – überall und erst recht im Kultus – wird Kommunion.
Das «spiritualisierte Denken», das liebeerfüllte Bewusstsein für das Göttliche in allem, die Handlung aus Liebe ist letztlich die «wahre Kommunion des Menschen».


+ In der "direkten Begegnung" und im Einklang mit den Realitäten und Wesen der geistigen Welt, bedarf es dann nicht mehr der traditionellen Zugangs-Formen, Rituale, des in Symbolik gekleideten, damit aber auch indirekten, verhüllten Weges zur geistigen Welt.


+ Dieser direkte Weg braucht dann auch keine «religiöse Erneuerung» durch die Kirche «Die Christengemeinschaft», denn die Anthroposophie selbst ist ja die Quelle und Schöpferin dieser Erneuerung.


+ Der Weg in einer speziellen Kirche sollte daher nicht der reguläre des aktiven Anthroposophen oder freien Christen sein; er entspricht ihm aber als deren «Rater und Helfer» (Rudolf Steiner).


+ Bis wir der Spiritualisierung und Sakramentalisierung des gesamten Lebens jeweils aktuell entsprechende Inhalte und Formen geschaffen haben werden, benötigen wir für die Hoch-Zeiten des Lebens noch "Zwischenstationen".


+ In der Weiterführung des Kultus finden sich von Rudolf Steiner verfasste, vertiefte, «erneuerte» Sakramente.


+ Diese Texte sind in ihrer universalen Fassung «für verschie-
dene Lebenszusammenhänge», also überkonfessionell, allgemein-menschheitlich verwendbar.


+ Zunächst formulierte er Taufe, Trauung (an Wilhelm Ruhtenberg, Stuttgart) und die Bestattung (an Hugo Schuster, Dornach) für eine kirchenunabhängige, allgemein-("laien"-)priesterliche, freie christliche Handhabung durch Anthroposophen, und dann die Kinder-«Sonntagshandlung», «Jugendfeier» und das Zentralsakrament die «Opferfeier», die zunächst den «freien christlichen» Religionslehrern der Freien Waldorfschule in Stuttgart gegeben wurden.

Danach erhielt auch die Kirche «Die Christengemeinschaft» diese Texte (bis auf die «Menschenweihehandlung» [statt der «Opferfeier»] fast alle sogar gleich lautend).

Letztlich wurden alle sieben Sakramente neu formuliert. ( Siehe Kultus-Handbuch «Die Sakramente...» )


+ Exklusive "Rechte" an diesen Sakraments-Texten gibt es nicht. Sie sind auch nicht an die «Christengemeinschaft» (wie von dieser behauptet) "übertragen", etc. worden, noch deren "spirituelles Eigentum". (Rechtlich gehören sie der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung.)

Auch dass die Inanspruchnahme der «freien christlichen» Taufe, Trauung, Bestattung nach der Begründung der «Christengemeinschaft» "einschlief" (insbesondere durch den Tod von Schuster und die Konversion Ruhtenbergs), und dann durch einen Monopolanspruch der «Christengemeinschaft» tabuisiert wurde (s.u.), ist kein Indiz dafür, dass der überkonfessionelle, «freie christliche» Impuls nun wieder von dem kirchlichen der Religionsgemeinschaft «Die Christengemeinschaft» "abgelöst" worden wäre.


+ Im Gegenteil, die Gründe sind die mangelnde Wachheit der Anthroposophen für eine not-wendige Wende auf dem Weg zur «Freiheit des Christenmenschen»,
und die Tragik der Verkennung der Bedeutung einer eigenen christlich ge- und ER-lebten Mitte. Eine brüderliche Gemeinschaftsbildung durch eine auch liturgische, kultische Praxis innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wurde nicht angegangen (das wurde zwar insbesondere durch die «Klassenstunden» versucht, hatte aber realiter doch nicht die not-wendige Wirkung), wodurch das Tor offen stand, für einen tragischen Monopolanspruch der «Christengemeinschaft».


+ Weil die «Christengemeinschaft» kaum Zulauf von der ihr zugedachten Klientel (den Suchenden zwischen den Großkirchen) erhielt, wendete sie sich – entgegen den eindeutigen Vorstellungen und Warnungen Rudolf Steiners – bald nahezu ausschließlich und erfolgreichst an die Anthroposophen- und Waldorfscene («Es ist ein furchtbar starkes Werben da, das autoritativ wirkt...» Marie Steiner ), die nun ihr Mitte-Manko hier auslebten, während (schon gleich nach Rudolf Steiners Tod) in der Anthroposophischen Gesellschaft zerstörerische Geister die fehlende christliche Mitte ausfüllten.

So bestand die Mitgliedschaft der «Christengemeinschaft» bald fast nur noch aus Anthroposophen und Waldorfianern.
An einer "Anthroposophen-Kirche" aber, d.h. einer scheinbar «Sondergemeinschaft» (Neudeutsch für "Sekte"), hatten und haben Außenstehende kein Interesse ... (Siehe hierzu R.Steiner, 30.12.1922..).


+ Typisch sind für beide Ströme das Zentralsakrament (Messe), das beide Kultus-Impulse signifikant unterscheidet: die «Opferfeier» (die vor allem in den Waldorfschulen und Heimen gehaltene Handlung) für den «freien christlichen» Impuls gegenüber der «Menschenweihehandlung» für die «Christengemeinschaft».


+ Es sind diamentral wesensverschiedene Strömungen.

Es handelt sich hier um kultushistorisch unterschiedliche Standorte. Dies zeigt sich besonders an der «Opferfeier», die in ihrer Entwicklung nicht vor der Messe (bzw. «Menschenweihehandlung»), sondern -- Richtung Zukunft -- nach dieser einzuordnen ist.


+ Entsprechend wird hier auch vom traditionellen Kultus mit «indirekter» Wandlung und Kommunion zur «direkten» weitergeschritten, indem nun nicht mehr der "Umweg" über Brot und Wein genommen wird, sondern direkt Fleisch und Blut des Kommunikanten gewandelt werden.


+ Zudem ist für den «freien christlichen» Impuls auch das väterliche Zwei-Stände-Prinzip aufgehoben,
in dem allein und lebenslang nur der eigene, kirchlich Geweihte (Kleriker) sakramental handlungsberechtigt ist (so auch in der «Christengemeinschaft»), der überdies – laut Lehrmeinung – durch den «character indelebilis» (unverlierbares Prägemal) des Weihe-Sakramentes gegenüber dem kirchlich Nicht-Geweihten ("Laien") über exklusive spirituelle Eigenschaften und Möglichkeiten verfügt.


+ Mit dieser kultushistorischen Wende ist das Amts- und Hierarchie-System aufgegeben zu Gunsten eines brüderlichen, allgemein-urchristlichen und zukünftig-pfingstlichen Prinzips.
Jeder wahrhaft würdig und demütig strebende Christ – und erst recht der Anthroposoph – kann den freien christlichen Kultus-Dienst für den Christen-Bruder allgemein-priesterlich aufgreifen und praktizieren (Allgemeines-["Laien"]Priestertum).


+ Eine "Priester-Weihe" durch eine Institution, als Handlungsberechtigung, ist für den christlich-mündigen, brüderlichen «freien christlichen» Impuls nicht mehr nötig.
Die Weihe hierzu ist ein individuelles, intimes, aktuelles Be-ruf-ungs-Geschehen, allein zwischen dem Strebenden und IHM, das "Berechtigung" zum christlich-brüderlichen, sakramentalen Handeln ist. Christus selbst ist der Weihende, in aller Stille.
«Priester» bin ich, wenn JCh im DU bin, und ER uns so (in den Schritten des Du-Erkennens, des Ego-Opferns, der Wandlung des Alten und dann in Seinem in uns Lebendig-Werden, Seine Kommunion mit und in unserem Wirken) erfüllt.
So sind wir Verwandelnde und – wenn JCh will – alle auch zum kultischen, sakramentalen und somit "priesterlichen" Dienst füreinander in Seinem (und nun eben nicht mehr einer Kirche) Namen aufgerufen, Seine Liebe weiterzuspenden, und werden und sind dadurch durch IHN Geweihte, Christus-"Priester", indem Er uns aktuell und konkret als Werkzeug nutzen kann und wird.
Denn «Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe ist, der ist in Gott und Gott in ihm.»
Die Praxis dieses Axioms ist das allgemeine Priester-Sein eines jeden IHM dienen wollenden, liebenden Christen.

+ Ob eine Berufung, eine "Weihe" erfolgte und ergriffen wird, ob man dementsprechend bereit ist dem Christen-Bruder auch sakramental beizustehen, muss der Berufene selbst hören, Er-fassen, feststellen und verantworten, das ist nicht Aufgabe einer Institution oder von Außenstehenden.
Ob er dieser Aufgabe auch gewachsen ist, wird sich an den Früchten seines Wirkens und der konkreten Nachfrage zeigen.


+ Prinzipiell ist für diesen Dienst noch nicht einmal die Mitgliedschaft in irgendeiner Institution nötig.
Die Kraftquelle einer Kultus-Trage-Gemeinschaft kann aber nur empfohlen werden und ist auch Ziel der Initiative «Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft».


+ Wenn diese individuelle, intime Weihe von einer Gemeinschaft aufgegriffen und mitgetragen wird, dann entscheidet diese nicht über Christi Ja = die "Weihe selbst", sondern lediglich über die Aufnahme in diese ihre spezielle Gemeinschaft.


+ Ein freier Kultus muss immer aus den aktuellen Möglichkeiten, Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Feiergemeinschaft, auf IHN hin orientiert, lebendig entstehen, damit die Handlung wahr und Seine Gegenwart wirklich wird.
Inhalt und Form der Sakramente werden sich dementsprechend auch individuell ergeben können und sollen;

womit auch die von Rudolf Steiner frei christlich erfassten Texte nicht als letztendliche und dogmatisch festgelegte und einzig mögliche gemeint sind,
sondern «als ein Anfang gegeben» sind und aus dem «Lebendigen des Lebens» «fortentwickelt» (Rudolf Steiner) werden müssen.


+ Werden diese (sieben) Sakramente eingesetzt, werden sie geformt durch die Möglichkeiten und dem Wollen der Handelnden, bzw. die Lehre, Struktur, die Bedingungen des entsprechenden «Lebenszusammenhanges» der handelnden Trage-Gemeinschaft.


+ Im Urchristentum gab es kein Priestertum und keine Priester-Weihe. Nach der "Machtergreifung" der Kirche lebte das urchristliche, allgemeine, brüderliche Christ-Sein in "ketzerischen" Laien-Bewegungen, meist im Untergrund, weiter und fand mit der Reformation als «allgemeines ("Laien"-)Priestertum» einen institutionalisierten Niederschlag.

An die urchristliche Sukzession "von unten" und gleichzeitig am aktuellen Wirken des Christus, am Erkenntnis-Weg der Einweihungs-Wissenschaft Anthroposophie, ist der freie christliche Impuls angeknüpft.


+ In einem freien christlichen Handeln kann nur ein «ethischer Individualismus», nur das Ringen des sich frei aus einer «moralischen Intuition» in das höhere Wollen der göttlichen Weltenführung einfügenden Menschen-Entschlusses, im Sinne der «Philosophie der Freiheit», walten.

Aus diesem Geist schöpfende Gemeinschaften machen nicht mehr unfrei; sie eröffnen höheren Wesen die Möglichkeit sich fruchtbar einzubringen, sie sind Zeit-Not-wendig.


+ Diese Christen-Gemeinschaften können nur gedeihlich werden, wenn sie Liebe leben.

Das schließt die aufmerksame Toleranz gegenüber anderen Perspektiven, die Brüderlichkeit, den sozialen Impuls, eine gewaltfreie Kommunikation, ein nachhaltiges Leben, das Streben mit der Realität der Geistigen Welt zu leben, den eigenen Doppelgänger zu überwinden ..und vor allem die Demut ein.

Der eigene Schulungsweg im Denken, Fühlen, Wollen ist die Not-wendige Grundlage christlichen Miteinanders.
Hierzu gibt Rudolf Steiner viele Hinweise ...nicht nur er.


+ Die Sakramentalisierung des ganzen Lebens ist das Ziel.


+ Mit dem freien christlichen Impuls ist in keiner Weise an einen nun neuen Kultusweg für "die Anthroposophen" oder der Anthroposophischen Gesellschaft, genauso wenig der "Freien Christen" gedacht.
Die Religionsfreiheit des einzelnen Mitglieds der Anthroposophischen Gesellschaft und deren Interreligiosität lässt vielfältigste und individuelle Wege zu und verlangt deshalb – um die Freiheit anderer, durch eine offizielle Verankerung eines ganz bestimmten religiösen Standpunktes in den Strukturen der Anthroposophischen Gesellschaft, nicht einzuschränken – für die Erarbeitung dieser Thematik eine von der Anthroposophischen Gesellschaft autonome Arbeits-Gemeinschaft.


+ Im «Forum Kultus», als eine «Initiative für ein freies, anthroposophisch + sakramental vertieftes Christ-Sein heute» und der angestrebten «Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft», arbeiten kultisch interessierte und engagierte Anthroposophen unabhängig (aber qualitativ auf der Ebene der «Freien Hochschule für Geisteswissenschaft») an der Thematik und stellen sie zur Verfügung.
Wie der Einzelne die Früchte seiner ER-arbeitung weiterschenkt, liegt allein in seiner Ver-antwort-ung...

Der hier geschilderte, freie christliche Impuls ist auch in der anthroposophischen Bewegung nicht die einzige Bemühung, allerdings der einzige Impuls, der aktiv öffentlich auftritt.

Er steht in keinerlei Gegnerschaft oder Konkurrenz zu irgendeiner anderen religiösen Gemeinschaft, auch nicht zur Kirche «Die Christengemeinschaft», sondern sieht alle diese (sofern konstruktiv) als notwendig an, damit ein jeder seinen ureigenen und karmisch bedingten Weg gehen kann.

Letztlich sind wir ja doch (ökumenisch) alle geeint unter SEINEM Namen, Wollen und Wirken.


+ Freies christliches, anthroposophisch sakramentales Handeln schöpft, als ein Wirken aus der Bewusstseinsseele, als ein anthroposophischer, michaelischer-urielischer Impuls seine Berechtigung aus der apokalyptischen Not-wendigkeit dieser Jahrtausendwende und dem Ruf des Zeitgeistes, dem Bedürfnis der Fragenden und der Bruder- und Christenpflicht zum auch kultischen, sakramentalen Beistand füreinander, und vor allem aus Seinem Auftrag an uns alle : «Gehet hin und taufet ... und lehret...»
und Seinem Versprechen:
«Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin JCh mitten unter ihnen.»
«Und sehet: JCh bin in eurer Mitte alle Tage» ...
Dennoch...
diese verkürzten !! * Skizzen sind meine, unsere Perspektiven
und sollen vor allem Sie anregen selbst nachzufragen
und auf SEIN Wollen und Wirken im eigenen Weg zu lauschen...



Forum Kultus – V.D.Lambertz
Bearbeitung 5/2013










Diesen Text in Englisch finden sie in:
And nobody need



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