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Themen und Thesen




Es zeigen sich in den Publikationen
des FORUM KULTUS folgende Positionen
in Bezug auf den freien christlichen Impuls :



▪ HANDELN IN UND AUS FREIHEIT

Seine WURZELN sieht das "Forum Kultus" im allgemein("laien")-priesterlichen, brüderlichen, urchristlichen Handeln ..
aus Liebe und Freiheit, aus einer/der "moralischen Intuition" eines "Ethischen Individualismus",
wie es Rudolf Steiner in seiner "Philosophie der FREIHEIT" und letztlich in der ganzen Anthroposophie,
als "spezifisch anthroposophisch", beschreibt.


▪ LAIENPRIESTERTUM

Angeknüpft wird an das Urchristentum, die "Freiheit des Christenmenschen" (Luther)
und damit das "allgemeine Priestertum" aller Getauften.
(Die Kirche, nicht Christus, hat ein "Priester"tum installiert und institutionalisiert.)

Für die gegenwärtigen Aufgaben werden Argumente und Zitate
- insbesondere Rudolf Steiners - für ein laienpriesterliches Wirken angeführt
und auf die Einsetzung der "Schulhandlungen" für den "freien christlichen Religionsunterricht" an den "Freien Waldorfschulen"
(insbesondere die Sakramente "Opferfeier", "Jugendfeier") und die Übergabe von laienpriesterlichen Sakramenten / Handlungen
an Anthroposophen (insbesondere Hugo Schuster, Dornach [Bestattung] und Wilhelm Ruhtenberg, Stuttgart [Taufe, Trauung]) verwiesen.
Diese Handlungen gab Rudolf Steiner an "nicht geweihte" Anthroposophen zum berechtigten, sakramental wirksamen Vollzug.

Für die Handhabung innerhalb des "freien christlichen", laienpriesterlichen Stromes wird die Berechtigung (= "Weihe") dazu
als ein individuelles Berufungsgeschehen angesehen, die durch den Christus individuell dem Strebenden gegeben wird
und deshalb nicht textlich fixiert, oder institutionalisiert werden kann und soll.


▪ "SAKRAMENTE", NICHT "RITUALE"


Auch allgemein("laien")-priesterlich gehandhabte Sakramente sind "Sakramente"
(entgegen Ansichten in der "Christengemeinschaft", die dafür einen [durch sie] "geweihten Priester" voraussetzen/benötigen).
Dabei wird auf Aussagen und die Praxis Rudolf Steiners hingewiesen.

Zu betonen ist, dass es sich dabei nicht um den von Rudolf Steiner sogenannten "kosmischen / umgekehrten Kultus" handelt.


▪ IM LEBENDIGEN WANDEL

Diese Handlungen wurden von Rudolf Steiner als ein "Anfang", als ein werdendes, lebendiges Wesen bezeichnet,
die deshalb eine zeitgemäße und bedürfnisgerechte "Fortsetzung in Inhalt und Form" verlangten
und somit als progressiver dargestellt als die amtspriesterlichen Handlungen der Kirchen,
die institutionalisiert, hierarchisiert innerhalb eines "Zwei-Stände-Systems"
(von geweihten Priestern und sakramental nicht handlungsberechtigten "Laien") stagniert verharrten.


▪ FORTGESCHRITTEN - "DIREKTE KOMMUNION"

Neben dem "Allgemeinen Priestertum" ist die "direkte Kommunion" das in der "Opferfeier" weiterschreitende Element,
gegenüber dem "indirekten" Kultus der traditionellen Messe (auch der "Menschenweihehandlung"):

Indirekt:
In der Kirche wird 1. Brot und Wein vom Priester gewandelt, die dann dem Kommunikanten gereicht werden
und nach Einnahme der Substanzen 2. in ihm wirksam sind und dann auch ihn selbst / seinen Leib und sein Blut
wandeln können ("indirekt" = über den Umweg der Substanzen).
Wirksam ist hier die Wandlung aber nur (!), wenn sie durch einen geweihten Priester vollzogen wird.

Direkt:
Bei der freien christlichen Handhabung vollzieht sich die Wandlung "direkt"
ohne (den "Umweg" über) die Einnahme von Substanzen
(durch eine Art Handauflegung ) direkt am Leib und Blut des Kommunikanten
("Es wäre unrichtig zu meinen, in der Opferfeier gäbe es keine Substanzen.
Sie sind da in der Gestalt des Leibes und des Blutes des Menschen[selbst VDL ] ..."
Maria Röschl-Lehrs, "Ritualtexte...", GA 269, S.126 ),
zudem (kultushistorisch fortschreitend:) brüderlich-allgemein-("laien"-)priesterlich vollzogen.


▪ KONFESSIONSFREIHEIT - JEDEM SEINEN WEG

Die "freien christlichen" Initiativen sind KEINE Religionsgemeinschaft, etc.,
sondern eine Engagement-Gemeinschaft individuell kultisch Wirkender.

Religions-/Konfessions-Freiheit ist Prinzip für die religiöse Orientierung/ Aktivität
und bedingt somit prinzipiell einetolerante, ökumenische Gesinnung:
überall da sein/sich einbringen zu können, wo sich individuell fruchtbare Wege finden ..
als "Anthroposoph" bin ich "frei" .

Auch die Kirche "Die Christengemeinschaft" wird nicht als Konkurrenz oder "Gegner" angesehen,
sondern als einer von notwendiger Weise vielen unterschiedlichen Wegen,
wenn auch ein diametraler zum freien christlichen Impuls ...
aber: Jedem Seinen Weg!

(Doch wenn als "Anthroposoph" in einer Kirche, dann - wie es Rudolf Steiner exemplarisch für die "Christengemeinschaft" forderte -
vor allem aus dem übergeordneten [anthroposophischen/geisteswissenschaftlichen] Gesichtspunkt:
als "Rater und Helfer" des Priesters / dieses Stromes.)

Wo man auch immer Mitglied / engagiert sein möchte:
Das Bestreben solle dahin gehen, dies informiert, fortschrittlich und bewusst zu tun.


▪ AUCH DER "CHRISTENGEMEINSCHAFT"


Allerdings tauchten bald Missverständnisse, Probleme mit der Kirche "Die Christengemeinschaft" auf:

Nachdem Rudolf Steiner die ersten Sakramente laienpriesterlichge geben hatte,
bekam die meisten dieser "universalen" Kultus-Texte fast wortgleich auch die Kirche "Die Christengemeinschaft";
allerdings innerhalb eines amtspriesterlichen, hierarchischen, kirchlichen Rahmens,
in dem - unveränderbar! - nur ein (von ihr) kirchlich-institutionell geweihter Priester sakramental handlungsberechtigt ist.

Durch die Begründung der "Christengemeinschaft" ist aber der - zwar eingeschlafene - laienpriesterliche Strom,
dessen Wirksamkeit und die Notwendigkeit laienpriesterlichen Handelns nicht aufgelöst, oder unberechtigt geworden,
oder die Sakramente gar an diese "übergegangen".
Diese Ansicht vertritt auch die Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung.

Rudolf Steiners verschiedentliche, pragmatische Inanspruchnahme der "Christengemeinschaft"
galt nur für die "alternativlose Zeit", in der eben im Moment konkret, praktisch keine kultische Alternative,
kein frei-christlich Handelnder zur Verfügung stand,
und Steiner - prinzipiell (!) - selbst nicht "priesterlich" tätig sein wollte (durfte!).


▪ CHRISTENGEMEINSCHAFT UND ANTHROPOSOPHEN

Es wird kritisiert, dass die "Christengemeinschaft" - tragischer Weise - zur "Anthroposophen-Kirche" wurde ,
was dem Gründungsimpuls und den Intentionen Rudolf Steiners widerspräche und ihre kultushistorische Aufgabe bis heute verhindere.
Hierbei wird insbesondere auf einen - nicht zu relativierenden - Vortrag von Rudolf Steiner am 30.12.1922 verwiesen.
Gründungsauftrag der "Christengemeinschaft" war - als "dritter Block" zwischen den beiden traditionellen Kirchen - ,
spirituell tiefer suchende Menschen anzusprechen, die aber den Weg direkt zur Anthroposophie "noch nicht finden" können,
als "Vorschule" zur Anthroposophie (Anthroposophen brauchen ja keine"Vorschule"!) in einem ihnen gemäßen, noch kirchlichen Rahmen.
Aber diese kamen nicht... es blieben - tragischer Weise - nur die Anthroposophen... so auch noch heute...

"So muss im strengsten Sinne des Wortes das verstanden werden, dass sich neben der anthroposophischen Bewegung
eine andere Bewegung aus sich selbst heraus, nicht aus der anthroposophischen Bewegung heraus begründet hat,
begründet hat aus dem Grunde, weil außerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft zahlreiche Menschen sind,
die den Weg in die anthroposophische Bewegung hinein selbst nicht finden, die später mit ihr zusammenkommen können.
Daher muss streng unter schieden werden zwischen dem, was anthroposophische Bewegung ist, dem,
was Anthroposophische Gesellschaft auch ist, und demjenigen, was die Bewegung für religiöse Erneuerung ist."
(Rudolf Steiner, 30.12.1922)
"Die Sache ist so klar, wie nur irgendetwas.

Die Christengemeinde ('Christengemeinschaft' -VDL) ist etwas, was mit der Anthroposophischen Gesellschaft
nicht das Geringste zu tun hat. Und auch nicht etwas, was mit der Anthroposophischen Gesellschaft zusammen hängt."
(Rudolf Steiner, 9.12.1922,)


▪ UNINFORMIERTHEIT

Die Klarstellungen Steiners (u.a. 30.12.1922) erreichten die Anthroposophen nur ungenügend, weil zu spät (und teils gar nicht) ..
auch wenn es in kleinen, informierten Kreisen (besonders auch durch Marie Steiner) besondere Widerstände
gegen die "Christengemeinschaft" gab ...
Die Thematik wurde immer mehr tabuisiert, das Monopol der "Christengemeinschaft" nicht mehr in Frage gestellt.
Uninformiertheit folgte, die aktuell Nährboden und Mittel für eine erfolgreiche Relativierung der für die "Christengemeinschaft"
kritischen Aussagen Rudolf Steiners ist.


▪ DOPPELMITGLIEDSCHAFT

Noch heute kommt die übergroße Mehrheit der Mitglieder der "Christengemeinschaft" aus der Mitgliedschaft
der Anthroposophischen Gesellschaft
und der Waldorfszene.
Ohne diese wäre die "Christengemeinschaft" quantitativ und finanziell nicht überlebensfähig.
Damit wirke sie außerdem spirituell kontraproduktiv.

Der freie christliche Impuls sei der eigentlich "spezifisch anthroposophische" Weg,
weil die Anthroposophie eine interreligiöse Geisteswissenschaft sei,
der ein überkonfessionelles Prinzip, aus der Quelle der Freiheit, gemäß wäre.


▪ TRANSPARENZ

Die vom "Forum Kultus" publizierten Bücher mit den Ritualtexten für die laienpriesterliche Verwendung,
sowie alle Veröffentlichungen sind öffentlich (vor allem im BoD-Verlag) erhältlich.

In allen Gruppen / Kreisen herrscht Transparenz und Toleranz.
Machtstrukturen werden abgelehnt, es zählt die Fachkompetenz und schließlich die individuelle Entscheidung
des letztlich Handelnden und somit derjenigen, die jeweils die Verantwortung praktisch ausüben.






Zur ausführlicheren Information
schauen Sie bitte in unsere
Infobücher, bzw. das Kultushandbuch,
die Sie direkt beim Verlag bestellen können:
https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/?q=sakramente+heute

Siehe auch Literatur !






Was in der Entwicklung
der Christenheit
als Sehnsucht und Streben nach
Laienpriestertum
immer wieder erstand
- allerdings auch immer wieder verfolgt
und schließlich zum Verschwinden gebracht wurde -,
das hat hier
durch Rudolf Steiner
eine neue Keimlegung erfahren.

Maria Röschl-Lehrs, GA 265, S. 42












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