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Verwendete Rituale

Verwendete Rituale





Werde priesterliches Werkzeug !


Du - der du uns frei geschaffen hast,
der du alles siehst,
was geschieht -
und dennoch des Sieges gewiss bist,
Du - der du jetzt unter uns der bist,
der die äußerste Einsamkeit leidet,
Du - der du auch Ich bist,
dürfte ich
deine Bürde
tragen,
wenn meine Stunde kommt,
dürfte ich -

Dein -
denn dein Wille ist mein Geschick,
geweiht -
denn mein Geschick ist,
gebraucht und verbraucht zu werden,
nach deinem Willen.

Dag Hammarskjöld


Bloß ist mein Christentum
absolut nicht kirchlich gebunden.
Ich bin ein richtiger Ketzer für Christus ! ...
Das Priestertum des Menschen
ist das einzige, das mir einleuchtet,
und darum bin ich so dankbar,
dass ich Rudolf Steiner begegnete.

Maria Röschl-Lehrs "Vom zweiten Menschen in uns"


An ihren Taten werdet ihr sie erkennen ...

nach Matthäus





Eine neue Zeit bricht an,

auch religiös, sakramental, kultisch !
Das 3. Jahrtausend braucht neue Wege, mutige, freie Menschen ...

Die SAKRAMENTE sind eine Arznei für unser vielseitig krankes Menschsein.
Stehen wir uns doch als Christen-Geschwister heilend bei ...
in Demut, aber auch der Gnade und dem Beistand der Geistigen Welt!

Wenn Sie sich aufgerufen fühlen - wer will / darf Sie hindern? -
in Ihr Leben auch ein kultisches Engagement einzufügen,
und auch selbst Sakramente geschwisterlich weiterzugeben ...
Sie sollten dem/Seinem Ruf mutig und authentisch nachgehen !
"Aus dem Ernst der Zeit, muss geboren werden der Mut zur Tat!" Rudolf Steiner

Es ist - immer - ein Werdenin und aus LIEBE, in Seiner "Nachfolge",
in Geschwisterlichkeit, Demut, Selbstlosigkeit, ja auch Moralität
und Ihrer individuellen Gottverbundenheit .. als Sein Werkzeug !

Bestimmen dementsprechend, im Einklang mit IHM, SIE selbst
wie Sie die Hoch- und Notzeiten des Lebens sakramental gestalten,
(selbstverständlich gehört dazu eine Schulung),
bzw. gestaltet bekommen möchten!


Wenn Sie es nicht tun ... wer tut es denn dann ?
Es wird fehlen,
den Menschen denen vielleicht gerade Sie helfen sollten,
ja, der ganzen Menschheitsentwicklung .. fehlt ein Impuls ...
Denn ein michaelisches Weiterschreiten braucht weitergehende Wege.
Ein überkonfessionelles, individuell ausgerichtetes, autonomes,
aus der Anthroposophie schöpfendes, freies christliches Wirken
ist einallseits geforderte Weg in und die Zukunft.

Sie können dabei
- alleine (dazu ist keine Institution, kein "Forum Kultus" nötig!),
oder gemeinsam arbeiten, handeln;
- nur für einen konkreten Einzelfall
oder jederzeit für jeden Fragenden;
- ggf. sofort oder sich erst einer tieferen Qualifizierung hingeben ...

Letztlich ist es doch Ihr Schicksal - Seine Gnade -,
das Sie dann - warum auch immer - konkret fragt, ja braucht ..
als Sein Werkzeug tatkräftig zu wirken ...
Und DU handelst: authentisch aus Deiner "moralischen Intuition",
autonom aus einem "ethischen Individualismus" (Steiner)... aus Liebe !

Lausche auf den Kommenden... !
Bist Du bereit, wenn DU gerufen wirst? .. dürftest Du Dich verweigern?






Verwendet werden



die durch Rudolf Steiner allgemein-priesterlich
("laien"-priesterlich = Jeder Christ ist berechtigt [natürlich muss er auch dazu fähig und willens sein] auch sakramental zu handeln, eine institutionelle "Priester-Weihe" ist nicht mehr nötig [wie schon im Urchristentum ) für den "Freien christlichen Religionsunterricht" und an einzelne Persön lichkeiten gegebenen Sakramente und Rituale und teils, soweit auch allgemein-priesterlich verwendbar, aus Steiners "Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken".

Es stehen alle SIEBEN SAKRAMENTE (in der folgenden Übersicht mit einem +gekennzeichnet) und weitere Rituale (folgend) allgemein-priesterlich, frei christlich zur Verfügung.

Diese werden nicht dogmatisch gehandhabt, entsprechend dem Hin weis Rudolf Steiners: "Nehmen sie auch so etwas als einen Anfang hin ... wie überall eben aus dem Lebendigen heraus das Kultusartige gesucht werden muss. ... Etwas Prinzipielles kann es im Leben der Welt überhaupt nicht geben, sondern es kann nur das sich in Leben Wandelnde geben."
Rudolf Steiner, GA 269, S.37

Eine kultische Arbeit für / in der anthroposophischen Bewegung muss gar eine "Fortsetzung" dessen sein was Rudolf Steiner (mit der Opferfeier) als Fortschrittlichstes gegeben habe.

Dasjenige, was der Kultushandelnde "hier tut, ... seinen Kultus verrichtet, das hat sein Ursprungsbild in der anstoßenden übersinnlichen Welt, wo, während wir hier ... den irdischen Kultus verrichten, der himmlische Kultus verrichtet wird von der anderen Seite, von den Wesenheiten der anderen Seite des Daseins ... Nur dann ist ein Kultus eine Wahrheit, wenn er diesen realen Ursprung hat." Rudolf Steiner, 27.6.1924, GA 236/19

Jedes Sakrament ist eine neue Geburt,
den Notwendigkeiten und Möglichkeiten und Bedürfnissen der Empfan genden, wie auch der Liebe, dem Willen, der Gnade der Geistigen Welt entsprechend, individuell und zeitgemäß.

Aber weil in der gemeinsamen Erarbeitung dieser tiefere Grund meist deutlich wird, bleibt es in der Regel - aus Einsicht, nicht aus der Vorgabe - beim damaligen Originalwortlaut Steiners, trotz "geänderter Zeitlage".

Die meisten Rituale und Sakramente sind (später) auch der "Christengemeinschaft" gegeben worden. Im Gegensatz zum "freien christlichen" Impuls sind sie hier aber nur wirksam, wenn sie durch einen geweihten Priester gespendet werden. "Laien" ist dort die Handhabung untersagt.






+ E M P F A N G S K U L T U S - Kinder-Taufe

Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart und ehemaliger evangelischer Pastor) erhielt 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe laienpriesterlich, nachdem Eltern darum baten.
Bei ihrer Begründung bekam dann auch die "Christengemeinschaft" dieses Sakrament.

Das "Forum Kultus", bzw. die "Initiative, freie christliche Arbeits-Gemein schaft" empfiehlt eine zeitgemäß geforderte, ökumenische Ergänzung durch den harmonisch einfügbaren, "biblischen Taufbefehl" , wodurch die Taufe - im Gegensatz zur von der "Christengemeinschaft" praktizierten Fassung - dann von allen Kirchen anerkannt wird. In der freien christlichen Praxis wird diese ökumenisch anerkannte Fassung von bisher allen Eltern gewünscht und angewandt. (Siehe Kultus-Handbuch!)

Diese Taufe wurde von Rudolf Steiner explizit für Neugeborene / Kleinkinder, als ein "Empfangskultus" gegeben und ist somit keine wirkliche "Taufe". Deshalb wird dieser Ritus - wie auch in der "Christengemeinschaft" - auch nicht für Erwachsene angewendet.

Die Taufen anderer Kirchen werden anerkannt.

Die Frage wird bearbeitet, wie denn eine "wirkliche" (Erwachsenen-) Taufe aussehen kann und welches Sakrament dieser entspricht.
Nahe liegt das "Sakrament der Verbindung" (Steiner) d.h. der "Weihe".

TEXT s.a. GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377.

Siehe auch Bearbeitung IfcAG, für eine ERWACHSENEN-TAUFE im Kultus-Handbuch.





- Sonntagshandlung für die Kinder

Die Sonntagshandlung wurde von Rudolf Steiner der Waldorfschule für die Kinder des "Freien christlichen Religionsunterrichtes" gegeben und erstmalig am 1.2.1920 in der Stuttgarter "Freien Waldorfschule" gefeiert.
Sie wird laienpriesterlich gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des "Freien christlichen Religionsunterrichtes". Es stehen jeweils drei Handlungshaltende am Altar.
Bei ihrer Begründung bekam dann auch die "Christengemeinschaft" diesen Wortlaut.

TEXT s.a. GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S. 315-319 und GA 269 (1997), S. 42-44.

Dazu gehört eine spezielle

- Weihnachtshandlung für die Kinder
TEXT
s.a. GA 269 (1997), S. 47-51, & 4.10.1921, GA 343 (1993), S. 320-323.- und ein

- Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten
TEXT s.a. GA 269 (1997), S. 45-46.





+ J U G E N D F E I E R (Konfirmation)

Auch diese wurde der Waldorfschule gegeben und erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter "Freien Waldorfschule" gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von drei Handlungshaltenden gehalten und zwar zwei Jahre lang.
Bei ihrer Begründung bekam dann auch die "Christengemeinschaft" diesen Wortlaut, allerdings leicht verändert und fest mit der "Menschenweihehandlung" verbunden, als Sakrament der "Konfirmation", das hier lediglich nur einmal ausgeführt wird.

TEXT s.a. GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S. 324-327, s.a. GA 269 (1997), S. 53-61.
Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389.





+ O P F E R F E I E R

Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter "Freien Waldorfschule" für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner gegeben und eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wird ebenfalls von drei Handlungshaltenden gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923, auf Wunsch der Lehrer auch innerhalb und für das Lehrerkollegium, gehalten.

Somit hat Steiner die Opferfeier nach der "Menschenweihehandlung" (die - seitens der "Christengemeinschaft" - verschiedentlich als das Fortschrittlichste dargestellt wird, nach der nichts mehr kommen könne) gegeben.

Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als "Messe-ähnlich". Nach schriftlicher Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs hat er die Opferfeier als "vollziehbar für (alle) Menschen, die sie wünschen" bezeichnet.
Das ist heute die Regel, da nur noch vereinzelt Schüler die Opferfeier besuchen und immer mehr Menschenkreise, meist im privaten Rahmen außerhalb der Schulen und Heime, diese eigenständig feiern.

Die Opferfeier wird im "freien christlichen Impuls" als "Zentralsakrament" bezeichnet und ist kultushistorisch gegenüber der Messe (auch der "Menschenweihehandlung") fortentwickelt, aufgrund der Handhabung der "direkten Kommunion" und der laienpriesterlichen, brüderlichen und überkonfessionellen Verfassung.

Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch für die "Anthroposophische Gesellschaft" auf, da man meinte, dass die "Christengemeinschaft" es mit ihrer Arbeit durch den Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: "Er erklärte, dass dies wohl denkbar sei. ... Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung müsse aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war."

Die Opferfeier ist gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion.
Damit entspricht sie der "Menschenweihehandlung" der "Christengemeinschaft", bzw. prinzipiell der Messe.
Die ganze Gemeinschaft feiert sie geistlich-spirituell gleichberechtigt, vertreten durch die drei Handlungshaltenden (Sprecher) am Altar.
In der individuell verantworteten und autonomen Handhabung (Einzelner oder Gruppen) ergeben sich unterschiedliche Formen (z.B.: traditionell: frontal, fortschrittlich: im Kreis), in den Waldorfschulen wird sie größtenteils traditionell gefeiert.

TEXT s.a. GA 269 (1997), S. 63-79.
Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541.

Siehe auch Bearbeitung für einen Einschub zu Gründonnerstag und für eine Totengedenkhandlung: IfcAG, 2008, Kultushandbuch.





+ L E B E N S S C H A U (Beichte)

Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner im Rahmen der "Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken" vermittelt.
Im Sinne der Aufforderung Rudolf Steiners, es als "lehrreich" zu betrachten, dass das "gleiche Ritual" als "Ausdruck verschiedener Lebenszusammenhänge" verwendet werden könne (also auch "frei christlich"), wird die laienpriesterliche, freie christliche Handhabung auch dieses Sakramenten-Textes als möglich angesehen.

Dieses Sakrament findet sich in den "Kursen über christlich-religiöses Wirken".
TEXT s.a. GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S. 188.





STERBERITUALE :

+ L E T Z T E
. Ö L U N G

... So auch das Sakrament der Letzten / Heiligen Ölung.
( Zur Letzten/Heiligen Ölung gehört zuvor die Lebensschau und danach die Opferfeier, bzw. daraus zumindestens die Kommunion.)

Auch dieses Sakrament findet sich erst 1922 in :
TEXT s.a. GA 344 (1994), 21.9.1922, S. 214-217.


-
Aussegnung / Bestattung

Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und zuvor christ katholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner übernahm die nicht-kultische Ansprache. (GA 261, 1984, S. 225), GA 342, 1993, S. 250)
Bei ihrer Begründung bekam dann auch die "Christengemeinschaft" diese Handlungen.

TEXT s.a. GA 343, 1993, 8.10.1921, vormittags, S. 520-523.


-
Kinderbegräbnis

Das Kinder-Begräbnis wurde im März 1923 im Rahmen der "Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken" übermittelt. Auch dieser Ritual-Text wird im Sinne der Anwendung durch "verschiedene Lebenszusammenhänge" (s.o.) auch für die freie christliche Handhabung empfohlen.
Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584.


- Einfügung für eine Totenhandlung

Im März 1923 vermittelte Rudolf Steiner in den "Vorträgen und Kurse über christlich-religiöses Wirken" einen Einschub innerhalb der "Menschenweihehandlung" für einen Verstorbenen.
Im "freien christlichen Impuls" werden diese Texte entsprechend in die "Opferfeier" eingefügt. (Siehe Kultushandbuch!)

TEXT s.a. GA 345, 1994, S. 142-145.
Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524.






+ VERBINDUNGS- W E I H E (Erwachsenen-Taufe - Priesterweihe)

Der 1922 in den "Vorträgen und Kurse über christlich-religiöses Wirken" vorgebrachte Text der Priesterweihe ist - noch - für die priesterliche Tätigkeit innerhalb der Kirche" Die Christengemeinschaft" konzipiert. Hier berechtigt sie - durch den "character indelebilis" ("untilgbares Prägemal") - allein und lebenslang zum sakramentalen Handeln (Hirte-Schafe-Prinzip / Zwei-Stände-System) innerhalb dieser Institution.
In einem laienpriesterlichen Kontext spielt eine/die "Weihe" eine andere Rolle, da diese hier nicht institutionell zu verleihen ist, sondern die der Handelnde individuell, entsprechend seiner Berufung, als ein inneres, intimes Ja direkt durch IHN erfährt, in einem Prozess der immer wieder neu ergriffen werden muss und im Prinzip mit der Taufe ermöglicht wird.

Im Sinne des "Allgemeinen Priestertums" und dem Motto "Jeder Mensch ein Priester!" wird der Steiner'sche Text vom "Forum Kultus" als eine Inspirationsquelle für einen universellen Weihetext angesehen. Dies lässt fortschreiten von der kirchlich amts-priesterlichen Weihe, zu einer allgemeinen, brüderlich-priesterlichen Weihe. Diese ist nicht mehr als Amt an eine Institution gebunden, die dem Weiheträger exklusive Rechte verleiht, sondern die dem Bedürfnis nach einem bewussten, aktiven, gleich berechtigten, geschwisterlichen, individuellen Ergreifen des sakramentalen Dienstes und dem Bekenntnis zum Christ-Sein entspricht.
Weil wir als Christen-Geschwister aber ALLE das Ziel vor uns haben können / dürfen untereinander nicht nur sozial, sondern auch kultisch zu dienen, zu helfen, "christlich-aktiv" zu sein, bedeutet dies das "allgemeine Priestersein" der Gläubigen ... Das war im Urchristentum so und ist es seit der Reformation wieder und das war auch für Rudolf Steiner Maßstab für ein "freies christliches" Handeln.
Entscheide JCh mich Christ zu werden, zu sein, nehme ich eben auch Auf-Gaben wahr, die in bestimmten Kirchen noch ein speziell geweihter "Priester" übernehmen muss. (Das soll aber nicht bewertet werden!)
Trete ich mein Christ-Sein an, dann trete ich auch - idealer Weise - in einen allumfassenden Dienst ein, der eben auch ein sakramentales Wirken / Beistehen bedeuten kann, innerhalb der vielen Berufungen eines christlichen Lebens.
Das Tor zum Weg zur "Nachfolge Christi" ist die ER-/Bekenntnis-Taufe.
Deshalb kann in einer Er- und Bearbeitung einer "allgemeinen Christ-Weihe" oder auch "Erwachsenen-Taufe" ein ursprünglich noch als exklusive "Priester-Weihe" formulierter Text erneuert zugrunde gelegt werden, der zu einer "Verbindungs-Weihe" mit IHM führt...

Siehe "Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken", 1922.
TEXT s.a. GA 344, 1994, 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102.
Siehe Kultus-Handbuch zur Frage der Weihe als "Erwachsenen-Taufe".



Begegne ich Ihm ...


Der theologische Begriff des Priestertums aller Getauften
hebt die Differenz zwischen Klerus und Laien,
geistlichem und weltlichem Stand auf.
Insofern gelten hier alle Getauften als gleichrangige Glieder:
Was ausz der Tauff krochen ist, das mag sich rumen,
dass es schon Priester, Bischoff und Bapst geweyhet sey.
Luther


Es steht jedenfalls fest, dass bei den älteren (Kirchen-) Vätern irgendwelche Spuren von einem "character indelebilis"
oder einem "Sakrament" der Priesterweihe nicht nachzuweisen sind,
und wo man Derartiges zu finden meint, handelt es sich um Missverständnisse. ...
Der Nachweis, wie ein Sakrament, von dem in den ersten vierhundert Jahren in der Kirche nichts wahrzunehmen ist,
von Christus eingesetzt, ja ein "Grundamt der Kirche" sein kann,
muss den Dogmatikern anheim gegeben werden.
Für den Exegeten ist die Sache längst klar.
Campenhausen


Begegne ich ihm (dem Du) so, dass ich bereit bin,
mein Bewusstsein (zeitweilig) für ihn zu opfern,
dass seine Entfaltung mir also wichtiger ist als die meine,
vollziehe ich - indem ich für ihn ersterbe - in gewissem Sinne
eine Nachfolge Christi.
Dann nah ich ihm in Seinem Namen.
Dann werde ich im gleichen Augenblick
von Christus selber zum Priester geweiht:
Seine Gegenwart ist Weihe
- in diesem Augenblick und für diesen Augenblick.
Im Gegensatz zum Amtspriester, der für sein ganzes Leben geweiht wird,
gilt die Weihe des sozialen Priesters nur für jene Zeitspanne,
in der er "agapisch" einem Mitmenschen begegnet.
Es ist ein inneres, ein mystisches Erlebnis dieses Menschen.
Und nur das, was sich bei der Begegnung mit dem andern ereignet,
gibt Antwort auf die Frage, ob hier ein "Priester" zelebriert hat.
Die soziale Priesterweihe ist ein Sakrament,
das, im übertragenem Sinne,
der Christus unter vier Augen vollzieht.
Dieter Brüll, "Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus", S.138-139.


( Es fand) die Weihnachtstagung zur Begründung
der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft statt.
Man kann verschiedene geistige Ereignisse in ihr finden.
Vom kultischen Gesichtspunkt aus ist sie eine Art 'Weihe'
der Anthroposophischen Gesellschaft
durch die anthroposophische Bewegung,
der Michaelsgemeinschaft auf Erden
durch die Michaelsbewegung aus der geistigen Welt,
die Grundsteinlegung aus der göttlichen Trinität
zu einer neuen Würde der anthroposophisch strebenden Individualität.
In ihr ist Hirtentum und Königtum miteinander verbunden.
Friedrich Benesch, "Das Religiöse der Anthroposophie...", S.89.


Es handelt sich hier um Zusammenhänge, die eine Frage
nach der Wirksamkeit ganz neuer Ätherkräfte nahe legen.
Man wird in diesem Zusammenhang daran denken, wie das Blut
des Christus, das am Karfreitag vom Kreuz in die Erde floss, sich vollständig "ätherisierte"
und der Christus-Impuls "als eine Substanz",
als Christus-Äther, zu den vier 'alten' Ätherarten hinzutritt.
Als "moralische Äther-Atmosphäre" ist er mit der Moralität
der Menschen verbunden und als neuer Lebenskeim der Erde
und der Leiblichkeit der Menschen eingestiftet....
Von diesem lebendigen Band umfasst zu werden,
ist die recht verstandene Sukzession.
Das kann man erst durch die Anthroposophie so verstehen
und gewinnt dadurch einen neuen (modernen) Sukzessionsbegriff,
für den manches früher entscheidend Wichtige unwesentlich wird.
Debus


Was in der Entwicklung der Christenheit
als Sehnsucht und Streben nach Laienpriestertum
immer wieder erstand - allerdings auch immer wieder verfolgt
und schließlich zum Verschwinden gebracht wurde -,
das hat hier (im "freien christlichen" Kultus) durch Rudolf Steiner
eine neue Keimlegung erfahren.
Röschl-Lehrs





+ T R A U U N G

Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner laien-priesterlich das Sakrament der Trauung.
Auch die "Christengemeinschaft" bekam diesen Wortlaut.
Im "freien christlichen Impuls" wird von den allermeisten Ehepaaren die Verwendung eine die Gleichberechtigung der Ehepartner aufgreifende Formulierung gewünscht und gehandhabt.
Weitere Fragen wirft die gleichgeschlechtliche Partnerschaft / Ehe auf (die nicht grundsätzlich abgelehnt wird), die entsprechende Formulierungen bedarf, bzw. ganz neu gegriffen werden muss.

Entgegen allgemeiner Gewohnheit wird empfohlen, zuerstden sakramentalen Bund zu schließen und dann den juristischen (im Standesamt).

Siehe GA 345, S. 73 und auch GA 265, S. 36.
TEXT s.a. GA 345, 1994, S. 146-157.
Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969 und GA 265, S. 36.










An den "Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken" (sog. Priester-Kurse) nahmen die Interessenten an der Begründung der "Christengemeinschaft" (viele Theologen / Theologiestudenten), die Religionslehrer des freien christlichen Religionsunterrichtes in der Freien Waldorfschule, der Vorstand der AG, sowie verschiedentlich weitere Anthroposophen teil; nur wenige der interessierten Theologen wurden auch Priester der "Christengemeinschaft". (Siehe GA 343, S. 647-648)


. . . . . . . . . . . . . .



Die Sakramente anderer Kirchen / Gemeinschaften werden anerkannt, wenn / wie der Empfänger dies wünscht!

Kultisches Handeln ist für die "Initiative, freie christliche Arbeits-Gemein schaft" nicht begrenzt auf allein die Sieben Sakramente.
Letztlich will die ganzen Anthroposophie, das ganze Leben Gottesdienst sein, der aus dem lebendig Gegebenen gestaltet werden soll und kann ( z.B. im Umgang mit den Wesen der Natur, mit den Jahresfesten, mit dem Du, im Streben nach Harmonie im ganzen Alltag, überall ... ).

Grundsätzlich ist die Spendung der Sakramente ein geschwisterlicher Liebes-Dienst, für den kein Honorar verlangt, oder der kommerziell / beruflich, sondern geschenkt und ehrenamtlich ausgeübt wird, um dem ansonsten alle Lebensbereiche ergreifendenund korrumpierenden Mammon (Simonie) gerade hier keinen Zutritt und Raum zu geben.

ALLE freie christliche Kultustexte finden Sie im Kultus-Handbuch:
"DIE SAKRAMENTE
in der freien christlichen Fassung Rudolf Steiners heute"










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